Behindertengrade

Für die Einstufung einer Behinderung ist in Deutschland das Versorgungsamt zuständig. Das Versorgungsamt beurteilt jede einzelne Person und wird dann den Grad der Behinderung festlegen. Diese Einstufung ist auch durchaus für die Leistung der Rentenversicherung in Bezug auf die Erwerbsminderung von Wichtigkeit.

Wobei es natürlich auch möglich ist eine Behinderung zu haben, diese z.B. vom Versorgungsamt mit 50 eingestuft wird, und trotzdem kann man seinen Beruf ausüben und wird nicht berufsunfähig. Doch erhält man durch den festgestellten Behinderungsgrad gewisse steuerliche Vorteile, unterliegt dann einem Kündigungsschutz und erhält Vergünstigungen im Sozialversicherungsbereich.

Wie wird die Einstufung beantragt? Man kann an das entsprechende Versorgungsamt einen Antrag auf Feststellung des Behinderungsgrades stellen, wenn man seit mindestens 6 Monaten, aufgrund einer physischen oder psychischen Erkrankung, eingeschränkt ist. Der Antrag kann formlos erfolgen, man kann sich aber auch ein entsprechendes Formular besorgen. Am schnellsten geht es wenn man die Arztberichte gleich mit einreicht, dann muss das Versorgungsamt die Ärzte nicht mehr anschreiben, um sich die Berichte zu besorgen. Die Feststellung des Behinderungsgrades erfolgt dann aufgrund der Arztberichte. In den meisten Fällen verzichtet das Versorgungsamt auf eine weitere ärztliche Untersuchung.

Nun zum Feststellungsverfahren. Das Bundesgesundheitsministerium hat eine Auflistung mit Anhaltspunkten für die ärztlichen Gutachter herausgegeben, anhand dieser die Einstufung des Behinderungsgrades erfolgt. Diese Auflistung kann man sich als Tabelle vorstellen, welche Erkrankungen und Verletzungen und die daraus resultierenden Grad der Behinderung, aufzeigt. Diese Anhaltspunkte gelten als Grundlage für jeden Arzt, der eine Behinderung feststellt.

Wichtig ist noch zu wissen, dass die Einstufung immer in so genannten 10-er Schritten erfolgt und nicht in Prozent. Es wird also keine Behinderung von 33 geben, wie man das von der privaten Unfallversicherung kennt.
Das Versorgungsamt erkennt eine Behinderung erst ab einem Behinderungsgrad von 20 an. Die Staffelung kann bis hoch auf 100 erfolgen. Nur als Beispiel, bei einem Behinderungsgrad von 50 gilt man als Schwerbehinderter, eine Querschnittslähmung wird selbstverständlich mit 100 eingestuft werden.